WeBUS Ingenieurbüro
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Stand der Sicherheitstechnik / Normung

In der ehemaligen TRbF 20 war im Punkt 13.2 „Brandschutzeinrichtungen“ die Forderung enthalten, dass Anlagen zur Lagerung brennbarer Flüssigkeiten mit ausreichenden Brandschutzeinrichtungen ausgerüstet sein müssen. Das Erfordernis von Brandschutzeinrichtungen galt für die Lagerung in Behältern jeder Art im Freien und in Räumen.

 

Die Art und Ausführung der Brandschutzeinrichtungen waren in Abstimmung mit den für den Brandschutz zuständigen Stellen festzulegen. Zu den unter diese Forderung fallenden Brandschutzeinrichtungen gehörten insbesondere Feuerlösch- und Berieselungseinrichtungen. Die Brandschutzeinrichtungen mussten stets funktionsbereit sein und die für die Brandbekämpfungs- und Kühlungsmaßnahmen erforderliche Wasserversorgung musste gewährleistet sein. In der ehemaligen TRbF 20 wurde wegen der betrieblichen brandschutztechnischen Anforderungen an ortsfeste oder teilbewegliche (halbstationäre) Brandschutzeinrichtungen hingewiesen z.B. auf:

  • DIN 14493 Ortsfeste Schaum-Löschanlagen
  • DIN 14495 Berieselung von oberirdischen Behältern zur Lagerung brennbarer Flüssigkeiten im Brandfall

Die Technischen Regeln für brennbare Flüssigkeiten (TRbF) hatten ihre Rechtsgrundlage in der Verordnung über brennbare Flüssigkeiten (VbF) und galten als Stand der Technik. Die Bestimmungen der VbF und TRbF wurden überwiegend zum 1. Januar 2003 aufgehoben und durch die  Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) sowie ergänzende Technische Regeln für die Betriebssicherheit (TRBS) ersetzt.

 

Zum 1. Januar 2013 sind die letzten verbliebenen Technischen Regeln für brennbare Flüssigkeiten (z. B. TRbF 20 „Läger“) außer Kraft getreten. Soweit erforderlich hat der Ausschuss für Betriebssicherheit (ABS) inzwischen ein konkretisierendes Regelwerk zur BetrSichV (Technische Regeln für Betriebssicherheit - TRBS) erarbeitet. Darüber hinaus sind Inhalte der außer Kraft getretenen technischen Regeln in Regelwerken zu anderen Arbeitsschutzverordnungen, insbesondere der Gefahrstoffverordnung (GefStoffV), zu finden. Dort hat der Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) inzwischen ebenfalls konkretisierende technische Regeln (TRGS) erarbeitet. So finden sich in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe TRGS 509 „Lagern von flüssigen und festen Gefahrstoffen in ortsfesten Behältern sowie Füll- und Entleerstellen für ortsbewegliche Behälter“ und  TRGS 510 "Lagerung von Gefahrstoffen in ortsbeweglichen Behältern" Anforderungen an die Lagerung entzündbarer Flüssigkeiten.

 

Darüber hinaus wurde bei außer Kraft treten der TRbF 20 das VdTÜV-Merkblatt 967 „Anforderungen an Lageranlagen mit ortsfesten Behältern, an die aktive Lagerung in ortsbeweglichen Behältern sowie an Füll- und Entleerstellen für brennbare Flüssigkeiten“ (VdTÜV-Merkblatt 967 „Tankanlagen“)  veröffentlicht, in dem wesentliche Teile der ehemaligen TRbF 20 übernommen wurden und dass seither, wie die damalige TRbF 20, als Stand der Technik gilt und lt. der Autoren an diesen angepasst wird. Das VdTÜV-Merkblatt 967 wurde vom Verband der TÜV e. V. in Zusammenarbeit mit MWV, UTV, VCI, UNITI, PTB, DIBt, BBS, VCH, BASF-Werkfeuerwehr, Ansprechpartner für den technischen Arbeitsschutz der Länder und dem Bundesministerium für Verteidigung erstellt. Die Kommission für Anlagensicherheit (KAS) wurde über die Erstellung informiert und die hierauf eingegangenen Stellungnahmen wurden berücksichtigt.

 

Im Punkt 15.2 „Brandschutzeinrichtungen“ des VdTÜV Merkblatt 967 sind viele Anforderungen der ehemaligen TRbF 20 unverändert übernommen worden und nach den Grundsätzen der BetrSichV kommt der Gefährdungsbeurteilung der Anlagenbetreiber eine wesentliche Bedeutung zu. So müssen Lageranlagen sowie Füll- und Entleerstellen für brennbare Flüssigkeiten mit ausreichenden Brandschutzeinrichtungen ausgerüstet sein. Art und Ausführung der Brandschutzeinrichtungen sind in Abstimmung mit den für den Brandschutz zuständigen Stellen festzulegen. Abweichungen von diesem Merkblatt sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung/sicherheitstechnischer Bewertung in Abstimmung mit den zuständigen Brandschutzbehörden zulässig.

 

Wegen der betrieblichen brandschutztechnischen Anforderungen an ortsfeste, teilbewegliche (halbstationäre) oder mobile Brandschutzeinrichtungen wird hingewiesen z. B. auf:

  • DIN 14495 Berieselung von oberirdischen Behältern zur Lagerung brennbarer Flüssigkeiten im Brandfall
  • DIN EN 13565-1 Ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen – Schaumlöschanlagen – Teil 1: Anforderungen und Prüfverfahren für Bauteile
  • DIN EN 13565-2 Ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen – Schaumlöschanlagen – Teil 2: Planung, Einbau und Wartung

Durch den v. g. Hinweis im VdTÜV-Merkblatt 967 u. a. auf die DIN EN 13565-2 erhält diese Norm eine Verbindlichkeit und wird aufgrund der Tatsache, dass Anlagenbetreiber von Störfallanlagen nach der 12. Verordnung zur Durchführung des Bundesimmissionsschutzgesetzes (Störfallverordnung) den „Stand der Sicherheitstechnik“ einzuhalten haben, relevant u. a. für viele Tanklager, Raffinerien und Chemieunternehmen.

Nach den Ausführungen im VdTÜV-Merkblatt 967 und der DIN EN 13565-2, kann davon ausgegangen werden, dass trotz der neuen Norm die nach der alten DIN 14493 aus Juli 1977 und DIN 14493-100 aus September 2002 gebauten stationären Schaumlöschanlagen, weiter genutzt werden dürfen. Es ist allerdings klar darauf hinzuweisen, dass die DIN 14493 aus Juli 1977 und die DIN 14493-100 aus September 2002 zurückgezogen wurden und stattdessen die DIN EN 13565-2 im Jahr 2009 erstmals in Kraft getreten ist.

Im Dezember 2018 wurde die erste Revision der DIN EN 13565-2 veröffentlicht, die die Norm aus dem Jahr 2009 ersetzt. Die DIN EN 13565-2 konkretisiert zurzeit den Stand der Sicherheitstechnik bezüglich Beschäumungsanlagen an Tanks und Tankauffangräumen.

 

Die bestehenden Anlagen müssen nicht zwingend aufgrund der DIN EN 13565-2  stationär nachgerüstet werden, sondern können je nach Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung  z. B. auch durch halbstationäre oder mobile Löschanlagen ergänzt werden. Ein Hinweis dazu wird in DIN EN 13565-2 mit folgendem Satz gegeben: „Mit diesem Dokument wird Personen mit Kenntnissen und Erfahrungen bei der Auswahl von Schaumlöschanlagen ein Leitfaden für die Planung verschiedener Schaumlöschanlagen zur Verfügung gestellt, mit denen ein wirksamer Schutz bei speziellen Brandgefahren erzielt wird. Für die Anwendung dieser Norm sollte eine Risikobewertung durch eine qualifizierte und erfahrene Person sowohl für neue als auch für bereits vorhandene Anlagen durchgeführt werden, jedoch liegt die Risikobewertung außerhalb des Anwendungsbereichs dieses Dokumentes.

 

Die DIN 14495 zur Berieselung von Tanks wurde im Jahr 2014 ersatzlos zurückgezogen und wird seither in Deutschland, z. B. im Rahmen von Gefährdungsbeurteilungen, als Erkenntnisquelle genutzt. Eine Nachfolgenorm ist bisher nur als Vornorm DIN CEN/TS 14816 „Ortsfeste Brandbekämpfungsanlagen – Sprühwasserlöschanlagen – Planung, Einbau und Wartung“ im Mai 2009 erschienen. Zusätzlich wird in der VdS-Richtlinie für Sprühwasser-Löschanlagen, VdS 2109 „Planung und Einbau“ aus dem Jahr 2018, auf die Berieselung von Tanks und Anlagen eingegangen. In den drei v. g. Normen/Richtlinien wird die Berieselungsstromdichte für Tanks nach einem einheitlichen Diagramm bzw. einer dazu passenden Berechnungsformel ermittelt. Die Ergebnisse sind somit vergleichbar.

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